Freitag, 14. September 2007

Time to rest

Ja, wie ich schon bemerkte, viele Veränderungen sind eingetreten und werden noch eintreten. Die letzten Wochen waren daher sehr hektisch. Nicht jede sich daraus ergebende notwendige Aufgabe war leicht. Im Gegenteil, weitreichende Entscheidungen bedeuten in meiner Position nahezu immer auch negative Auswirkungen für bestimmte Personen. Wo Licht ist, ist eben auch Schatten. Um das alles mal hinter mir zu lassen und um mir einen Masterplan für die nächsten 5, die nächsten 10 und die nächsten 20 Jahre zu überlegen, mache ich jetzt erstmal 10 Tage Urlaub. Das ist nicht wirklich viel, aber für meine Verhältnisse schon fast inflationär. 5 Tage davon verziehe ich mich alleine auf eine sonnige Insel zu meinen Eltern. Aber mit denen werde ich allenfalls das Abendessen gemeinsam verbringen. Die restliche Zeit werde ich mich ausschließlich mir selber widmen. Also, liebe Leser, machts gut bis in zwei Wochen. Dann gibt es wohl hoffentlich auch wieder regelmäigere und ausführlichere Beiträge.

Dienstag, 28. August 2007

viel passiert

Seit dem Outsidemeeting ist eine ganze Menge passiert. Was zunächst alles positiv begann, entwickelte sich dann rasend schnell zu einem Alptraum und nun immer mehr zu einem nicht enden wollenden Horrorfilm. Es ist so viel, dass ich erst einem Zeit brauche, dass alles zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Das ist auch der Grund dafür, dass es momentan hier so ruhig ist. Ich kann hier ohnehin nicht in allen Einzelheiten berichten, dass würde den Rahmen sprengen. Nur so viel, von einem zufriedenen und optimistischen Mitarbeiter bin ich kürzester Zeit zu einem griesgrämigen, unmotivierten und pessimistischen Menschen mutiert, was mir nicht nur persönlich große Sorgen bereitet. Das lässt sich leider auch nicht mehr mit Gesprächen lösen.

Donnerstag, 2. August 2007

Besuch in der Grossbude

Ich werde regelmäßig von der Grossbude, die mit mir zusammenarbeitet, zu internen Schulungen eingeladen. Ich nutze das häufig, denn es kostet nichts, meine Wohnung und mein Fitnessstudio liegen in der Nähe und ich kann immer wieder mal einen Blick in den Betrieb einer Grossbude werfen. So bleibe ich in mehrerer Hinsicht auf dem Laufenden und spare auch noch Zeit, wenn ich danach direkt nach Hause oder ins Fitnessstudio gehe. Letzteres ist heute dran, schlielich bin ich ja momentan in der Fitnesswelle. Gestern war ich sogar joggen, was ich eigentlich hasse. Aber man baut dabei ja soviel Fett ab.

Donnerstag, 26. Juli 2007

sportlich sportlich

Immerhin habe ich jetzt mit den Veränderungen bei mir angefangen. Ich war seit Samstag bereits viermal trainieren und es macht mir immer noch Spass. Mal sehen, wenn das so weitergeht, wird mein APP doch noch Wirkung zeigen. Selbst gestern war ich trainieren, und das, obwohl ich eine Einladung zum gepflegten Saufen bei einem Freund hatte, was ich in der vorigen Wochen noch nicht ausgeschlagen hätte.

Die Welt ist bisweilen grausam

Montagmorgen auf der Fahrt ins Büro erzählte mir mein Kollege, mit dem ich eine Fahrgemeinschaft habe, von einer supertollen Salatbar gleich ums Eck vom Laden seines Bruders. Nette junge Leute würden diesen Laden schmeißen, es wäre rappelvoll dort gewesen und das Essen total lecker. Sollte ich mal ausprobieren, empfahl er mir. Ein paar Stunden später höre ich in den Nachrichten, dass die Inhaberin dieser Salatbar, eine hübsche 24jährige junge Frau in den Morgenstunden dort ermordet aufgefunden wurde.

Wir waren beide sehr schockiert. Wer macht so etwas? In was für einer Welt leben wir eigentlich.

Gestern musste ich zwangsweise an dem Laden vorbeifahren, da die Ausfahrt aus dem Parkhaus leider keine andere Abfahrtsmöglichkeit zuliess, woran ich vorher dummerweise nicht gedacht habe. Vor dem Eingang standen weinende Menschen, alles war voller Blumen und Kerzen. Das hat mich ganz schön mitgenommen, muss ich zugeben. Ich habe den Sandsack beim Training gestern mächtig malträtiert.

Bleibt nur zu hoffen, dass man den Täter findet. Ohne das hier breitzutreten, bemerke ich, wie meine Ansichten zu Themen wie Betrafung zunehmend extremer werden. Es ist Und das mir, einem überaus altruistischen Juristen. Es ist schon bemerkenswert, wie einem ehemals idealistsichen jungen Jurastudenten mit der Zeit der Glaube an unseren Rechtsstaat fast vollständig verloren gegangen ist. Ich weiß, anderswo ist auch nicht besser, werden einige von Euch jetzt sagen. Aber ist das nicht eine dämliche Ausrede? Es muss etwas geschehen, und zwar bald, sonst sehe ich schwarz für dieses Land.

Donnerstag, 19. Juli 2007

externe Berater

Vor etwa 10 Monaten haben wir externe Berater mit der Potenzialanalyse einer unserer Abteilungen beauftragt. Erwartungsgemäß haben die Berater auch erhebliche Potenziale erkannt und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Die Umsetzung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt im Rahmen eines daraufhin begonnenen Projektes unter - logischerweise - maßgeblicher Beteiligung der externen Berater.

Die Abteilung selbst sah ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten und -bedarf, was nicht selbstverständlich ist. Hinsichtlich der Maßnahmen jedoch behaupten die Abteilungsleiter als Praktiker mit langjähriger Erfahrung einen anderen Erkenntnisstand zu haben als die externen Theoretiker. So weit, so gut, spiegelt dies doch den üblichen Kontrast zwischen Beratern und Beratenen wieder. Leider ist der Erkenntnisstand der Abteilungsleiter ein gänzlich konträrer oder, besser ausgedrückt, die entwickelten Maßnahmen kosten in der Umsetzung nur Zeit, die nicht vorhanden ist, der Erfolg bleibt jedoch mindestens zweifelhaft. Noch besser ausgedrückt: Was die Berater sagen, ist sche...!

Ich mag kontroverse Diskussionen. Ich glaube sogar, dass jeder guten Idee und jedem erfolgreichen Handeln eine kontroverse Diskussion zwingend vorgeschaltet ist und wenn ich sie nur für mich alleine in meinem Kopf austrage. Argumente und Gegenargumente werden gegeneinander abgewogen. Manchmal entscheiden wir schnell, ein anderes Mal ist die Argumentationslage so komplex, dass mehrere Personen mehrere Meinungen vertreten und dieser Knoten nur mühsam entwirrt werden kann. Wie auch immer, entweder siegen die besseren Argumente oder derjenige, der seine Argumente besser verkaufen kann. Zumindest glaubt man das, folgt man konsequent dem zuvor Gesagten. In unserem Fall würde das wahrscheinlich bedeuten, dass die Berater, perfekt geschult in der Technik, ihre Beratungsergebnisse als die wahre Lösung zu verkaufen und mit den nachvollziehbarsten und wissenschaftlichen Erkenntnissen unterlegten Argumenten ausgestattet, diese Schlacht auch gewinnen. Danach sieht es auch aus.

Dennoch, es gibt eine dritte Möglichkeit, Entscheidungen zu fällen, nämlich aus dem Bauch heraus, intuitiv. Die Forschung, so schrieb ein großes deutsches Magazin unlängst, hat sogar nachgewiesen, dass intuitive Entscheidungen in der Mehrzahl zu den gewünschten Erfolgen führen. Je besser dabei die Intuition ist, die man im Übrigen auch lernen kann, umso erfolgreicher ist man. Konkret bedeutet das, so sehr die Argumente der Berater auch überzeugen, so problematisch die Abteilung zur Zeit auch läuft, irgendwie bleibt in meinem Bauch ein ungutes Gefühl. Das ist nicht gut.

Zum Glück bin ich dafür mal nicht verantwortlich.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Ausgebootet

Da werden wir seit gut einem Jahr von einem neuen Versicherungsmaklerteam betreut, das seine Sache absolut perfekt macht und nun will der Boss schon wieder eine neue Agentur mit dem Versicherungsportfolio betrauen. Gleichzeitig sollen die dann auch ein maßgeschenidertes Versicherungspaket für unsere Kunden erarbeiten und anbieten, quasi als zusätzliche Dienstleistung. Außer ein wenig an den Provisionen verdienen wir daran nichts, aber zu diesem Projekt wird ein unliebsamer Mitarbeiter abgestellt. Läuft das Ding, hat er einen neuen Job, geht's den Bach runter, geht er mit. So kann man es dann auch machen. Traurig ist nur, dass unsere alten neuen Makler hinterrücks ausgebootet werden und das finde ich persönlich nicht so prall. Zumal die beiden Makler überaus sympathisch sind.

Es ist schon ein Haifischbecken da draußen.

Mich hat der Boss gebeten, den Jungs bei ihrem Projekt juristisch etwas Hilfestellung zu geben, was ich allerdings negiert habe. Mit so heimtückischen Aktionen möchte ich nichts zu tun haben, da bin ich mehr geradeaus und von vorne. Ich tue in dem Zusammenhang nur, was ich unbedingt muss und das ist nicht gerade viel.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Jakobsweg?

Was ich in den letzten Wochen so alles gelesen, gehört und gesehen habe, macht mich nicht nur wütend, es macht mich vor allem nachdenklich. Was kann man tun gegen den Einstz der Bundeswehr gegen Demonstranten, die Pläne zum Verrat an unserem Grundgesetz durch Vorratsdatenspeicherung, heimliche Online-Durchsuchungen, Schaffung von Internierungslagern, targeted killing und was weiß ich nicht noch alles. Lediglich das Äußern solcher Gedanken ist in meinen Augen schon höchst bedenklich. Sicherlich, viele merken was hier läuft und halten dagegen. Aber es ist die Regierung höchstselbst, die diese Pläne aufwirft, also gerade die, die eigentlich das Grundgesetz schützen sollen, stellen es nachhaltig in Frage. Was kann ich tun? Resignieren? Bereits jetzt die Weichen für eine Auswanderung stellen? Oder ist es besser, den Widerstand zu planen? Was kann man tun? Ich weiß es nicht.

Aber auch privat stellen sich zahlreiche Fragen. Was will ich erreichen? Welche Ziele setze ich mir? Was ist mir wichtig und was ist doch eher zweitrangig? Was muss ich tun, um diese Ziele erreichen zu können? Vieles von dem weiß ich schon, aber zu meinen individuellen Problemen und Weltbild sind längst noch nicht alle Fragen geklärt. Ob es Sinn macht, Kerkelings Selbstfindung auf dem Jakobsweg nachzuahmen? Je länger ich darüber nachdenke, umso großartiger erscheint mir die Idee. Aber ein Nachahmer war ich eigentlich nie.

Dienstag, 10. Juli 2007

Große Sachen

Soeben habe ich eine Nachricht vom Kollegen aus einer der Grossbude bekommen, die für uns prozessual tätig sind. In einer wirklich großen Sache mit weitreichenden Folgen für uns und unser Geschäft ist die Gegenseite eingeknickt und bietet einen Vergleichsvorschlag an, der im Wesentlichen auf all unsere Forderungen eingeht. Amerikanische Unternehmen sind aufgrund der hohen Strafzahlungen bei Kartellverstößen irgendwie einsichtiger als europäische Unternehmen. Außerdem fürchten sie schlechte publicity noch mehr als irgendetwas anderes und die können sie im Falle einer außergerichtlichen Einigung vermeiden. Mir ist das egal, an den Pranger stellen wollte ich sie ohnehin nicht. Ich verstehe schon, dass das Prozessieren in den USA ein einträgliches Geschäft darstellt. Wenn man einem amerikanischen Unternehmen irgendetwas vorwerfen kann und an den Vorwürfen ist auch nur ein Hauch von Substanz, bleibt nahezu immer irgendetwas hängen. Ganz besonders dann, wenn sie sich mit europäischen Gerichten und Kartellbehörden auseinandersetzen müssen. Da hat die Microsoft-Angelegenheit die Amis ganz schön aufgerüttelt.

Auf jeden Fall fängt der Tag nicht schlecht an.

Soll ich nun meine Intelli-Maus auf ihrer Heimreise im September begleiten oder nicht. Ich würde sehr gerne, aber meine Maus wird kaum Zeit haben. Natürlich kann ich mich da alleine herumschlagen, aber ich möchte doch so gerne, dass sie mich wenigstens ab und an begleitet und mir ihr Heimatland zeigt. Dafür wird die Zeit aber eben nicht ausreichen, die Familie erfordert im Moment ihre ganze Aufmerksamkeit, Kraft und Zeit. Die horrenden Kosten einer solchen Reise stecke ich lieber in einen zweiwöchigen Luxusurlaub mit ihr, den kann ich ihr von den ersparten Kosten schenken, glaubt mir.

Donnerstag, 5. Juli 2007

Neues von der Meetingfront

Unser jährliches Strategiemeeting findet jetzt wohl doch in der Woche statt. Nicht, dass ich was gegen Wochenendarbeit hätte, ich finde schon, ab einem gewissen Salär und einer gewissen Stellung gehört das hin und wieder auch dazu. Aber drei Wochenenden hintereinander? Hallo? Ich hab auch noch ein Privatleben. Wenn ich das nicht bräuchte oder wollte, hätte ich auch in einer Großbude anheuern können. Beruf ist für mich ein Teil des Lebens, aber nicht gleichbedeutend damit. Ich muss nicht zwingend arbeiten um Glücks-, Erfolgs- oder Erfüllungsgefühle zu bekommen. Die kriege ich zwar auch über die Arbeit, aber eben auch durch und aus meinen privaten Aktivitäten. Dieser Mix gleicht mich aus und so freue ich mich morgens auf die Arbeit und abends auf den Feierabend. Ich kann außerdem gut zwischen diesen beiden Welten trennen. Wenn ich abends nach Hause fahre, schließe ich im Kopf eine Türe zu und blende die Arbeit aus. Zugegeben, dass klappt nicht immer, aber oft genug, so dass ich den Stress aus beiden Welten in der jeweils anderen Welt lasse. Mathematisch bedeutet dass, dass ich in jeder dieser Welten nur einem Stress, nicht aber immer dem doppeltem Stress ausgesetzt bin. Das verhindert zumindest, dass ich glaube, in den nächsten fünf Jahren einem Herzinfarkt zu erliegen.

Wir brauchen Euch Großbuden-Junkies ja, aber Teil davon möchte ich nicht sein. Ich verdiene mindestens das Gleiche wie Ihr, aber ich habe darüber hinaus auch noch die Zeit und die Muße, es auszugeben. Auch wenn ich im vorhergehenden Post noch gestöhnt habe, keine Zeit für regelmäßigen Sport zu haben. Aber glaubt mir, dass ist reiner Privatstress aus Welt 2, dass hat mit dem Job nur dann etwas zu tun, wenn mir drei Wochenenden am Stück durch den Job verplant werden und das passiert ja glücklicherweise nicht.

APP

bedeutet "Anti-Plautze-Programm". Ich bin ja schon seit mehr als einem Jahr dabei, mich wieder fit zu machen und abzunehmen, aber letztlich blieb es bei den guten Vorsätzen. Dabei habe ich 2003 nur mit Sport 16 kg abgenommen, eigentlich sollte mir das wieder gelingen, die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls gut. Meine Intelli-Maus kocht sehr fettarm, und das übrigens mehr als fantastisch, ich trainiere in einem wunderbaren Fitnessstudio (wohl einem der schönsten in Deutschland), habe mit Boxen einen tollen Sport gefunden, der Spass macht, Aggressionen abbaut und den ganzen Körper stählt. Ich kann Euch sagen, ich habe manchmal Muskelkater an Stellen, da glaubt man gar nicht, dass dort Muskeln sind. Leider ist es die Zeit, die fehlt, um dem Sport regelmäßig nachzugehen.

Was meine Maus und ich allerdings tun, ist tanzen. Einmal die Woche das klassische ADTV Paket, ein anderes Mal Tango Argentino und Salsa bei einem Privatlehrer. Zumindest letzteres macht mir eigentlich sehr viel Spass. Das mit der Tanzschule und dem ADTV Programm muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich mach das zwar jetzt auch schon seit 3 Jahren, aber meine Maus will eindeutig mehr, als die öde Tanzschulchoreographie für grobmotorische Lehrerehepaare. Ich kanns gut verstehen, denn da habe ich auch meine Probleme mit. Was nützen mir die akrobatischsten Drehungen und schwierigsten Schrittfolgen, wenn ich dabei aussehe, wie ein hüftsteifer Dodo. Diese Lernweise ist dabei auch konträr zu der, nach der wir bei unserem Privatlehrer an die Sache herangehen. Ändern liesse sich das nur, in dem wir in einen Tanzsportverein wechseln, aber so sehr bin ich jetzt auch wieder nicht Tänzer, als dass ich Lust auf diese typisch Deutsche Vereinsmeierei hätte. Außerdem, Turniertanz ist nichts für mich. Da steig ich eher noch ins Ringgeviert und messe mich mit irgendeinem anderen schwachköpfigen Hobbyboxer.

Glücklicherweise hat meine Intelli-Maus einen Tanzpartner gefunden, der schon seit Jahren Turniere tanzt und eine neue Partnerin sucht, weil ihm seine alte zu fett war. Na das Problem wird er mit meiner Maus wohl nie haben, das kann er von der Liste streichen. Die wird selbst dann noch elfengleich und federleicht übers Parkett fliegen, wenn ich endlich kochen gelernt und sie zehn Jahre am Stück mit deftigster Küche gemästet habe. Zu meinem allergrößten Glück ist der Tänzer auch noch homosexuell, da brauch ich nicht mal mehr eifersüchtig zu sein.

Das Wichtiste dabei ist aber, dass meine Maus sich auch mal wieder in einem Hobby betätigen kann, das ihr Riesenspass macht. Wenn ich da immer mit von der Partie bin, ist das auf Dauer auch nicht der Idealzustand. In einer so engen Beziehung wie der unseren, sollte jedem ein gewisser Freiraum bleiben. Ich habe meinen durch das Fitnessstudio und das boxen. Meine Maus hatte da bislang noch nichts. Wieder eine Sache, die in die richtige Richtung läuft. Das gibt wieder Kraft und Mut für die nächsten Aufgaben.

Gestern war die Intelli-Maus zum ersten Mal seit laaaaaanger laaaaaaanger Zeit alleine zum (Salsa-) tanzen aus und landet gleich einen Volltreffer. Ihr Aufforderer ist doch glatt einer aus der Champions League mit einer beeindruckenden Erfolgssammlung und gleichzeitig Kollege von Oliver Seefeldt, dem Liebling aus Let's Dance. Mal sehen, wo das noch hinführt.

Dienstag, 3. Juli 2007

Ausbildungspakt

Aus einem Schreiben von mir an den Präsidenten der örtlichen IHK zur Aufforderung an uns, dem Ausbildungspakt beizutreten und noch Ausbildungsplätze zu schaffen:

"Sehr geehrter (Herr Präsident der IHK),

vielen Dank für Ihr Schreiben zur Ausbildungspaktinitiative, welches uns heute erreichte.

Wir sind uns der enormen Verantwortung bewusst, welche wir gegenüber den jungen Generationen haben. Bereits seit den Anfangsjahren des Unternehmens haben wir regelmäßig Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. So haben wir im letzten Jahr XXX Auszubildenden eine kaufmännische Ausbildung in unserem Unternehmen ermöglicht und haben in diesem Jahr erneut XXX Ausbildungsplätze geschaffen, die bereits vergeben wurden. Da uns für die XXX Bewerber, die ab dem 01.08. diesen Jahres ihre Ausbildung beginnen, noch keine ärztlichen Eignungsnachweise gemäß § 32 JArbSchG vorliegen, konnten deren Ausbildungsverträge noch nicht eingereicht werden. Mehr Ausbildungsplätze können wir leider nicht anbieten, wollen wir eine fundierte fach- und sachgerechte Ausbildung gewährleisten. Bezogen auf die momentane Größe unseres Unternehmens – XXX Mitarbeiter, davon ca. XXX im kaufmännischen Bereich – glauben wir jedoch unserer Verantwortung in ausreichendem Maße nachzukommen.

Wir möchten bei dieser Gelegenheit jedoch auch einmal auf die scheinbar fehlende Motivation und die mangelnde Qualität der Bewerber zu sprechen kommen.

Ganze 11 Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz gingen zwischen Juli 2006 und April 2007 bei uns ein, obgleich unser Unternehmen zu den größten Arbeitgebern in der Region zählt. Die Vakanz von Ausbildungsstellen haben wir noch in 2006 sowohl der IHK, als auch der Agentur für Arbeit gemeldet. Dennoch erreichten uns nicht mehr Bewerbungen. Über die Ursachen hierfür kann nur spekuliert werden, aber wenn nach Ihren Aussagen für zahlreiche ausbildungswillige und –fähige junge Menschen noch kein Ausbildungsplatz zur Verfügung steht, kann es unserer Ansicht nach nur an der fehlenden intrinsischen Motivation der jungen Menschen liegen, sich zu bewerben; bieten wir doch eine hoch interessante und abwechslungsreiche Ausbildung in einem internationalen Unternehmen an einem hoch modernen Arbeitsplatz in fast familiärer Umgebung.

Erschwerend hinzu kommt, dass auch die Qualität der Bewerber, jedenfalls für den kaufmännischen Beruf, unserer Wahrnehmung nach, deutlich gesunken ist. Zugegeben, fast jeder Generation fehlte in mancherlei Hinsicht das Verständnis für die Weltanschauung der nachfolgenden Generation, aber der Bildungsstand und insbesondere die Grundeinstellung zahlreicher Jugendlicher sind in der jetzigen Form nicht mehr hinnehmbar. Zur Verdeutlichung mag die nachfolgende auszugsweise Wiedergabe eines Vorstellungsgesprächs mit einem Ausbildungsplatzbewerber dienen, welches der Unterfertigte gemeinsam mit der Ausbildungsleiterin Anfang Mai diesen Jahres geführt hat.

Auf meine Nachfrage, welchen Hobbies und Freizeitaktivitäten der Bewerber nachgehe, antwortete dieser: „mit Freunden abhängen und so“. Auf weiteres Nachfragen, was man denn dabei so alles mache, antwortete der Bewerber vollkommen ernst und ohne eine Miene zu verziehen: „saufen“. Auf den etwas schockierten und mit ironischem Unterton vorgebrachten Einwand meinerseits, dass er – ein übrigens noch nicht volljähriger Bewerber – damit doch wohl hoffentlich Cola oder Limo meine, entgegnete er lapidar: „nein nein, Bier und harte Sachen, aber das macht doch jeder“.

Wir jedenfalls haben noch keine Lösung, wie man solchen Bewerbern einen geeigneten Ausbildungsplatz verschaffen kann. Aber zumindest war er aufrichtig.

Freundliche Grüße"

Jahrestagung

Und am Wochenende gehört der Papi der Firma.

Gerade habe ich erfahren, dass zwischen dem 09. und dem 12.08. unser jährliches Strategiemmeting mit allen wichtigen Leuten unseres Unternehmens stattfindet. Es wird wohl wie immer, jeder redet furchtbar wichtig daher und es gibt haufenweise gute Ideen. Und wie in jedem Jahr stellen wir bei der Retrospektive zum letztjährigen Strategiemeeting fest, dass die Superideen aus dem Vorjahr entweder verwirklicht oder aber nach kurzer Dauer wieder eingestellt wurden. Meetings sind überflüssig, in ihnen wird nur wiederholt, was im letzten Meeting besprochen und entschieden wurde. Sagt Götz Werner und der sollte es ja wissen.

Außerdem finde ich, wenn schon, dann sollte man eine solch lange und (gemessen am Aufwand und an den Kosten) wichtige Tagung akribisch vorbereiten und eine Agenda erstellen. Ansonsten ist das nichts als ein Brainstorm ohne jede Struktur. Meiner bescheidenen Meinung nach jedenfalls. Aber jetzt können wir froh sein, wenn wir überhaupt noch was freies finden. Es sind ja schließlich in den meisten Bundesländern dann noch Sommerferien, für weitere Vorbereitungen wird wohl keine Zeit mehr bleiben.

Am 25.08. ist dann Sommerfest, am Wochenende darauf die im Zwei-Jahres-Rythmus stattfindende Hausmesse. Ich mag die Firma und die meisten Leute hier, aber jede Liebe stößt irgendwann an ihre Grenzen. Bin mal gespannt, wie weit meine Liebe reicht. Oder aber - und das ist wohl entscheidender - wie lange reicht die Liebe meiner Intelli-Maus zu einem Mann, den sie allenfalls noch auf Fotos sieht? Nach diesem Wochenendmarathon brauch ich dringend Urlaub, ach was sag ich, dringendst, zum überleben.

Montag, 2. Juli 2007

Männerrunde

So, nun habe ich während des Mittagessens das längst überfällige klärende Gespräch geführt. In manchen Punkten stelle ich mich der Kritik und gelobige Besserung, in anderen wiederum passt mir der Schuh nicht und darum ziehe ich ihn mir auch nicht an. Selbstbeweihräucherung hasse ich eigentlich, aber grundsätzlich bin ich der Traum eines jeden Auftraggebers. Ich arbeite sehr schnell, konzentriert, strukturiert und ergebnisortiert. Manchmal denke ich, ich sollte langsamer arbeiten. Damit mir keine Zeit mehr für dieses Blog bleibt!

Zurück zur Normalität

zumindest in diesem Blog. Ich habe es wieder öffentlich geschaltet, da es wohl überaus kompliziert ist, als geladener Gast hier reinzusehen. Bleibt die Hoffnung, dass diejenigen mit Hirn, die dieses Blog hier finden, mir so wohlgesonnen sind, dass ich nicht in Schwierigkeiten komme.

Trotz kleiner Fehlerchen ist mir das Abendessen gestern ganz gut gelungen. Geschmeckt hat es jedenfalls und das Timing war schon recht gut. Danke für Dein Kompliment, Maus! Der Abend war dann doch noch ganz lustig, aber ich habe mich alkoholtechnisch auch ganz schön weggeballert für einen Sonntagabend. Das hat ein ganz schönes Suchtpotential, ich muss mich da wesentlich stärker regulieren. Aber das gilt ja letztlich für das ganze Leben. Der Durst gestern Abend hatte sicherlich mit der bevorstehenden Woche zu tun. Mal sehen wie es weitergeht in diesem Theater.

Eigentlich weiß ich ja, was ich will. Damit bin ich schon wenigstens einen Schritt weiter, als diejenigen, die zwar wissen, dass sie ihr Leben in der derzeitigen Form nicht wollen, aber nicht, was sie sich denn tatsächlich wünschen. Da habe ich schon klare Vorstellungen von. Nur mit der Umsetzung, das läuft gar nicht. Daran muss sich dringend etwas ändern, denn ich würde schon sagen, dass ich in meinem Leben die Halbzeit erreicht habe. Also raus aus der Kabine und zurück ins Spiel des Lebens. Den entscheidenden Pass abwarten und dann blitzschnell zuschlagen.

Sag mir noch mal einer, Geld macht nicht glücklich. Geld ist sicherlich nicht das einzig seligmachende, aber hat man genügend davon, muss man sich nicht demütigen lassen. Außerdem kann man in aller Ruhe seine Ziele anpeilen und in angemessenem Zeitrahmen auch erreichen. Angst vor dem sozialen Abstieg hat man dann keine mehr und die ist Umfragen zufolge die größte Befürchtung der Menschen hierzulande. Der ganze Stress und die ganze Hektik unseres Alltags hängt hiermit zusammen. Das wird jetzt zu philosophisch, wenn ich das hier weiter vertiefe, das ist schon ein Thema für ein ganzes Buch.

Ich bräuchte eigentlich nur einmal einen ausreichend großen Geldbetrag. Dann würde ich alle Altlasten abstossen und mir den Status Quo verschaffen, der meinen Wünschen entspricht. Zum Leben bräuchte ich dann gar nicht so viel. Ich muss keinen Porsche fahren, das neueste Handy besitzen oder den tollsten Flachbildfernseher. Ich brauche ein schönes Zuhause, gepflegte Kleidung, gutes Essen und guten Wein, that's it. Seht Euch einmal "Ein gutes Jahr" von Ridley Scott an, dann wisst Ihr, was ich meine.

Unsere GL-Assistentin hat ein Zwischenzeugnis angefordert, was ich ihr heute morgen geschrieben habe. Ich habe es bewusst dem Boss zur Unterschrift vorgelegt, denn Zwischenzeugnisse sind ein deutliches Warnzeichen. Reaktion: Null! Ich blick es einfach nicht mehr. Ist das schon Nihilismus?

Sonntag, 1. Juli 2007

Langeweile

Um 09.30 Uhr bin ich aufgestanden, zwischenzeitlich habe ich gefrühstückt, die Wohnung geputzt, Wäsche gewaschen und im Büro gearbeitet. Gerade schau ich die Formel 1 in Magny Cours und liege irgendwie gelangweilt auf dem Sofa rum, obwohl die Formel 1 gar nicht mal so unspektakulär ist heute. Außerdem habe ich ja schon eine ganze Menge getan und vor mir liegt noch das Abendessen. Das ist heute meine Aufgabe, meine Intelli-Maus muss einer gesellschaftlichen Verpflichtung nachkommen und kommt erst heute Abend zurück. Hoffentlich kriege ich das hin. Ich liebe zwar gutes Essen und guten Wein, aber in der Küche bin ich noch immer Azubi im ersten Jahr. Normalerweise darf ich nur den Mülleimer leeren, den Tisch decken und später abtrocknen.

Herzlichen Glückwunsch Uwe. Wurd ja auch langsam Zeit, dass Du in Magny Cours mal gewinnst. War die Party gestern für die anderen wohl noch härter, als für Dich. Wir sollten mal wieder mitkommen.

Werde mal weiterschauen und noch ein bisschen lesen bis ich mit dem kochen beginne. Das sollte die Langeweile bekämpfen.

Freitag, 29. Juni 2007

Prioritäten

Seit zwei Tagen versuche ich nun, besagtes ernsthaftes Gespräch zu führen, es gelingt mir einfach nicht. Obwohl Boss das für heute morgen 11.00 Uhr angesetzt hat, ist nichts passiert. Er kam zwar gegen 10.30 Uhr, wurde dann aber von seiner "Ex-oder-nicht-oder-doch-wieder-oder-wieder-nicht-ex"-Lebengefährtin und von seinem Filius durch deren sich ständig abwechselnden Telefonanrufe komplett in Beschlag genommen. Es muss wohl sehr wichtig gewesen sein, wenn man in vier Stunden ca. zehnmal anruft. Danach musste er noch mit unserem in England wohnenden Handelsvertreter reden, der zugegebenermaßen um 15.00 Uhr seine Heimreise antreten musste. Als er um 15.15 Uhr dann wieder in sein Büro kam, habe ich ihn sofort verhaftet, aber er sagte mir, er müsse jetzt leider weg. Was kann so wichtig sein, dass er dem für mich äußerst wichtigen Gespräch vorziehen muss? Es geht hier schließlich um einen Misstrauensvorwurf, den ich auf keinen Fall auch nur ansatzweise im Raum stehen lassen kann. Sein nächster Termin ist erst um 17.00 Uhr nur ein paar Kilometer von hier. Das kann es kaum sein, um da hin zu kommen, braucht er höchstens 10 und nicht 105 Minuten. Will er noch ein kleines Schläfchen halten? Muss er etwas wichtiges einkaufen? Ich hoffe, er zieht sich einen blauen Strampelanzug an und rettet kurz die Welt, denn ansonsten wird sich mein Verständnis in äußerst engen Grenzen halten.

Sein Angebot stattdessen, man könne sich ja morgen früh in der Stadt treffen, da hätte man dann ja eine Gelegenheit.

Jetzt erfahre ich, er musste vor seinem Termin noch in die Reinigung. Na, das erklärt alles. Da bin ich ja jetzt beruhigt.

Ich bin zum Glück nicht angestellt hier. Heißt, ich werde mal intensiv über meine Zukunft nachdenken müssen. Ich brauch nicht viel, aber wenn meine Leistung nicht entsprechend honoriert wird - und damit meine ich nicht nur finanzielle Aspekte -, dann muss ich die Frage stellen, ob das noch die richtige Partnerschaft ist.

Ausgerechnet ich, der ständig gute gelaunte und nach eigenem Bekunden sehr zufriedene Berufsoptimist ergiesst sich hier in dramatischer, ach was sag ich, tragischer Prosa. Das muss aufhören.

Dieses Blog wird nicht-öffentlich

Ich habe eben mal wieder von einer völlig unsinnigen Abmahnung gegen einen Blogbetreiber erfahren. Da ich keine Lust habe, jeden Beitrag und jeden Kommentar hier auf die noch so unwahrscheinliche Rechtsverletzung hin zu überprüfen, werde ich dieses Blog bis auf weiteres nicht der breiten Öffentlichkeit, sondern nur guten Freunden bekannt machen, denen ich vertraue. Ihr erhaltet jetzt nach und nach Einladungen. Wer es dann von Euch lesen will, kann es tun, wer nicht, lässt es halt bleiben. Für diejenigen von Euch, die noch nicht erkennen können, wer ich bin, kann mir ja einen Kommentar hinterlassen. Bei denen werde ich mich dann zu erkennen geben.

Ich weiß, es ist nervig, man muss ein Google-Konto eröffnen, ansonsten ist nach 30 Tagen Probezeit die Kiste zu und man kann dieses Blog nicht mehr lesen. Aber wie gesagt, diejenigen von Euch, die es interessiert, sollten nicht zögern. Ein Googlekonto verpflichtet zu nichts und ist ruckizucki erstellt.

Es würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn ihr regelmäßig hier reinschaut und es mir gelingen sollte, Euch ein wenig zu unterhalten mit meinem Sermon.

Auf diese Art und Weise kann ich jedenfalls noch ungeschminkter und zynischer kommentieren.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Philosophie des Tages

Männer! Hört häufiger auf Eure Frauen!

Deprimiert

Heute bin ich etwas deprimiert, was aber nach gestriger Aktion von Boss wohl kein Wunder ist. Er selbst ist bislang nicht aufgetaucht. Ob es daran liegt, dass hier heute ein völlig unspektakulärer Tag abläuft? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Meine Assistentin ist ebenfalls schlecht auf ihn zu sprechen, vielleicht meidet er ja den Konflikt. Er muss leider an uns vorbei, wenn er in sein Büro will.

Heute morgen mit einer netten Kollegin, Arbeitsrechtlerin und Prozessbevollmächtigte der Gegenseite einen wohl für beide Seiten halbwegs akzeptablen Vergleich abgeschlossen, an dem wir jetzt 6 Wochen verhandelt haben wie persische Teppichhändler. Eigentlich mag ich das nicht, aber die Kollegin war sehr angenehm, das hilft bei den Verhandlungen. Merkt Euch das mal, ihr stinkstiefeligen Aggressivprozesshansels. Wie schon mein alter Freund immer zu sagen pflegte, "wer fic... will, muss freundlich sein, Guten Tag!"

Meine Intellimaus hat sich auch noch nicht gemeldet, obwohl ich ihr heute morgen mein ganzes Leid per Email geklagt habe. Naja, ihr gehts auch nicht besser. 200km von ihrem Wohnort entfernt in so einem 100.000 Einwohner-Nest, wo sie tageweise in der Firmenzentrale ihre Arbeit verrichten muss, obwohl sie eigentlich in der Dependance in der Nachbarschaft unserer Wohnung arbeitet, ist auch nicht gerade der Traum. Außerdem können wir uns an den Tagen nicht sehen und nur miteinander telefonieren. Das brachte gestern leider auch nicht viel, denn in der Kneipe, in der ich mir gestern mein Frustbierchen in den Leib schüttete, war es so laut, dass wir das Telefongespräch auf "wie geht's Dir? Was hast Du gesagt? Schlaf gut!" beschränkt haben. Melde Dich Du schlaues Wesen, das mir schon vor fünf Jahren prophezeit hat, wie ich heute dastehe.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Philosophie des Tages

Es gibt keine falschen Entscheidungen. Falsch sind nur Entscheidungen, die zu spät getroffen oder nicht konsequent ausgeführt wurden. Was wir gemeinhin als falsche Entscheidung bezeichnen, sind unerwünschte Ergebnisse der getroffenen Entscheidung. Ob diese falsch war oder nicht, können wir nicht wissen, denn zu welchem Ergebnis es gekommen wäre, hätten wir uns anders entschieden, werden wir nie erfahren. Dafür wirken zuviele Faktoren auf dem Weg zwischen Entscheidung und Ergebnis, die nicht von unserem Zutun beeinflussbar sind. Faktoren, die wir beeinflussen können, sind Entscheidungen.

Die Verbannung aus dem Olymp!

Boss will, dass ich mein jetziges Büro räume und in ein anderes Büro umziehe. Das liegt derzeit direkt zwischen seinem Büro und dem seiner beiden Assistentinnen. Logischerweise bekomme ich hier alles mit, auch seine privaten Dinge. Aber was denkt er denn, dass ich irgendwelche geschäftlichen oder privaten Dinge ausplaudere, die niemanden etwas angehen? So ein Blödsinn, erstens säge ich nicht auf dem Ast, auf dem ich sitze und zweitens habe ich gedacht, wir seien Freunde. Da vertraut man sich doch gegenseitig. Ok, eine gewisse Vorsicht ist immer angebracht und woher soll er wissen, dass er mir blind vertrauen kann. Für so etwas gibt es leider keine Garantien. Aber erst holt er mich her und jetzt schickt er mich wieder weg, was ist das für eine Logik? Was soll's, ich habe es hier eh nicht besonders gemocht und je weiter ich aus seinem Wahrnehmungskreis heraus bin, umso besser kann ich mich entfalten. Ist nur ein seltsames Gefühl, wenn einem das (scheinbare) Vertrauen wieder entzogen wird. Hier liegt er mit seiner sonst so guten Intuition ausnahmsweise mal falsch. Wir beide werden in den nächsten Tagen wohl mal ein ernstes Gespräch führen müssen.

nervige Kaltakquise

Jetzt hatte ich schon wieder einen dieser nervigen Anrufe, bei denen mir irgendein Personaldienstleister seine Sklaven aufs Auge drücken will. Gestern bekam ich Post von einem Kreditmanagementunternehmen, deren Telefonmitarbeiterin ich am Telefon abgebügelt hatte. Die meinen tatsächlich, weil wir ein Unternehmen seien, könnte man uns so einfach anrufen und uns irgendeinen Mist anpreisen, den wir nicht brauchen. Weit gefehlt, denn ohne direkten Sachzusammenhang zu unserem Geschäft ist das genauso ein Verstoß gegen das UWG, wie eine telefonische Kaltakquise bei einer Privatperson. Irgendwie konsequent, dass besagte Kreditmanagementfirma gleich noch eine Imagebroschüre mit ihren Dienstleistungen beifügte und einen erneuten Anruf in zwei Wochen androht, da ich ja nach der Lektüre der Broschüre sicherlich einige Fragen haben werde, die man mir dann beantwortet. Na, den Zahn werde ich denen jetzt mal ziehen.

Kickoff

Hallo Welt! Da scheinbar einige von Euch geneigten Lesern ein Riesenvergnügen daran haben, über das Leben der anderen zu lesen und ich gleichzeitig schon seit einiger Zeit den unglaublichen Drang verspüre, der Welt Geschichten zu erzählen, eröffne ich diesen Blog. Was unterscheidet dieses Blog von allen anderen schon existierenden Blogs, das es sich lohnt, zu lesen? Dazu zunächst einmal etwas über mich und was ihr künftig hier nachlesen könnt.

Ich gehe auf die 40 an und bin Syndikusanwalt in einem mittelgroßen Großhandelsunternehmen irgendwo in Deutschland. Ich will hier noch nicht zu sehr auf meine Person eingehen, aber im Gegensatz zu manch anderem bloggenden Juristen bin ich mit meiner Arbeit und vor allem mit meinem Leben sehr zufrieden oder zumindest glaube ich das. Vielleicht rede ich mir das alles nur ein, denn natürlich habe ich meine Ziele, die ich logischerweise noch nicht erreicht habe.

Meine Ausbildung und meine Position hier in der Geschäftsleitung des Unternehmens führt zwangsläufig dazu, dass ich stark interdisziplinär tätig bin, heißt ich bin sowas wie ein "Mann für alle Fälle". Verwechselt das nicht mit einem "Ar... vom Dienst", denn ich bin hier schon eine Führungsperson. Ich habe ein Ohr für alle und helfe jedem hier, der Hilfe braucht, aber ich lasse mich nicht verarschen und das vorletzte Wort habe ich. Wer das letzte Wort hat, werdet Ihr jetzt fragen? Der Inhaber dieses schönen Unternehmens, wer sonst? Irgendwer hat einmal geschrieben, "wer das Gold hat, der bestimmt" und genauso läuft es hier ab.

Das genau ist die Basis, das Fundament des alltäglichen Wahnsinns, der hier abgeht, denn genau dieser Mensch ist hier qua seiner Stellung als Eigentümer der einzige Boss (Gxxx). Schön und gut könnte man sagen, das ist ja im Mittelstand nichts ungewöhnliches. Dem widerspreche ich eigentlich nicht, aber die Situation hier ist schon ein wenig anders gelagert. Der Boss kommt gegen 10.00 Uhr, geht gegen 12.00 Uhr, kommt dann wieder gegen 16.00 Uhr um spätestens um 17.00 Uhr wieder aus der Türe zu sein. Und damit rede ich von den arbeitsreichen Tagen, an denen er überhaupt seine Nase ins Büro steckt. Aber dafür glaubt er alles zu wissen. Da das Wissen eine der Grundlagen der Entscheidungsfindung ist, kommt es hier bisweilen zu recht abstrusen Entscheidungen, die wiederum den ein oder anderen bizarren Prozess in Gang setzen oder aber den Kurs des Schiffes konträr zum eigentlichen Ziel ausrichten. Leider sind die meisten Ameisen hier nicht gerade mit großer Weisheit gesegnet, weshalb so manches Projekt lemminghaft in den Abgrund getrieben wurde. Übrigens, der andere Pfeiler der Entscheidungsfindung ist die Intuition, und diese ist beim Boss überaus gut ausgeprägt. Darum sind wir erfolgreich.