Donnerstag, 19. Juli 2007

externe Berater

Vor etwa 10 Monaten haben wir externe Berater mit der Potenzialanalyse einer unserer Abteilungen beauftragt. Erwartungsgemäß haben die Berater auch erhebliche Potenziale erkannt und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Die Umsetzung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt im Rahmen eines daraufhin begonnenen Projektes unter - logischerweise - maßgeblicher Beteiligung der externen Berater.

Die Abteilung selbst sah ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten und -bedarf, was nicht selbstverständlich ist. Hinsichtlich der Maßnahmen jedoch behaupten die Abteilungsleiter als Praktiker mit langjähriger Erfahrung einen anderen Erkenntnisstand zu haben als die externen Theoretiker. So weit, so gut, spiegelt dies doch den üblichen Kontrast zwischen Beratern und Beratenen wieder. Leider ist der Erkenntnisstand der Abteilungsleiter ein gänzlich konträrer oder, besser ausgedrückt, die entwickelten Maßnahmen kosten in der Umsetzung nur Zeit, die nicht vorhanden ist, der Erfolg bleibt jedoch mindestens zweifelhaft. Noch besser ausgedrückt: Was die Berater sagen, ist sche...!

Ich mag kontroverse Diskussionen. Ich glaube sogar, dass jeder guten Idee und jedem erfolgreichen Handeln eine kontroverse Diskussion zwingend vorgeschaltet ist und wenn ich sie nur für mich alleine in meinem Kopf austrage. Argumente und Gegenargumente werden gegeneinander abgewogen. Manchmal entscheiden wir schnell, ein anderes Mal ist die Argumentationslage so komplex, dass mehrere Personen mehrere Meinungen vertreten und dieser Knoten nur mühsam entwirrt werden kann. Wie auch immer, entweder siegen die besseren Argumente oder derjenige, der seine Argumente besser verkaufen kann. Zumindest glaubt man das, folgt man konsequent dem zuvor Gesagten. In unserem Fall würde das wahrscheinlich bedeuten, dass die Berater, perfekt geschult in der Technik, ihre Beratungsergebnisse als die wahre Lösung zu verkaufen und mit den nachvollziehbarsten und wissenschaftlichen Erkenntnissen unterlegten Argumenten ausgestattet, diese Schlacht auch gewinnen. Danach sieht es auch aus.

Dennoch, es gibt eine dritte Möglichkeit, Entscheidungen zu fällen, nämlich aus dem Bauch heraus, intuitiv. Die Forschung, so schrieb ein großes deutsches Magazin unlängst, hat sogar nachgewiesen, dass intuitive Entscheidungen in der Mehrzahl zu den gewünschten Erfolgen führen. Je besser dabei die Intuition ist, die man im Übrigen auch lernen kann, umso erfolgreicher ist man. Konkret bedeutet das, so sehr die Argumente der Berater auch überzeugen, so problematisch die Abteilung zur Zeit auch läuft, irgendwie bleibt in meinem Bauch ein ungutes Gefühl. Das ist nicht gut.

Zum Glück bin ich dafür mal nicht verantwortlich.

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